Was ist ein Christ?


Laut verschiedener Statistiken leben rund 50 Millionen Christen in Deutschland.

Für die Statistiker ist die Zugehörigkeit zu einer Kirche oder Gemeinde ausschlaggebend, ob man ein Christ ist oder nicht. Aber ist das die beste Definition für einen Christen? Ist man ein Christ, weil man in irgendeiner christlichen Gemeinschaft als Mitglied geführt wird? Ist man Christ, wenn man an Weihnachten in der Kirche erscheint und den Rest des Jahres keinen Gedanken an Gott oder die Bibel “verschwendet“? Man könnte viele weitere Fragen stellen. In diesem Artikel versuchen wir zu zeigen, wie die Bibel das „Christsein“ definiert.

Die ersten Christen

Das Wort „Christ“ ist abgeleitet von dem Namen „(Jesus) Christus“. Jesus hat in seinem Leben, Sterben und seiner Auferstehung deutlich gezeigt, dass er nicht nur wahrer Mensch, sondern Gott selbst ist. Dadurch glaubten viele Menschen an ihn und seine Lehre.  Sie richteten ihr eigenes Leben ganz nach Jesus Christus aus. Diese Menschen hatten nicht das Ziel eine Religion zu gründen oder eine neue Sondergruppe darzustellen. Es waren einfach nur Jesus-Nachfolger, bei denen jeder merkte, dass sie in ihrem Leben alles so machen wollten, wie Jesus Christus. Deshalb gaben sie sich selbst auch keinen Namen. Eine solche Gruppe konnte aber seitens der Gesellschaft nicht lange namenlos bleiben. Andere, die sie beobachteten, haben ihnen dann eine Bezeichnung gegeben, die bis heute geblieben ist. Die Bibel beschreibt es so:

Einige Männer von ihnen aber waren von Zypern und Kyrene, die, als sie nach Antiochien kamen, auch zu den Griechen (gemeint sind griechisch sprechende Juden) redeten und das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten (…) Es geschah ihnen aber, dass sie auch ein ganzes Jahr in der Versammlung zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt wurden“.  (Apostelgeschichte 11,20.26)

Wir stellen fest: Christen, wie die Bibel sie beschreibt, sind Menschen, die so leben wollen, wie Jesus Christus es vorgemacht hat.

Der Glaube an Jesus Christus

Die grundlegende Entscheidung auf dem Weg zum Christ-Sein ist also der Glaube an Jesus Christus. Die Bibel macht das an vielen Stellen deutlich:

Jesus sagt: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, auf dass jeder der an ihn glaubt nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“  (Johannes 3,16)

Jesus sagt: „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.“  (Johannes 6,47)

„Jeder der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren“  (1.Johannes 5,1)

Glauben bedeutet in der Bibel allerdings mehr als nur „für wahr halten“. Es bedeutet, dass man darauf vertraut, dass das, was Jesus gesagt hat wahr ist und dementsprechend handelt.

„So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.“  (Jakobus 2,17)

Das bedeutet zum Beispiel, dass es nicht ausreicht, dass wir es für wahr halten, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist, sondern, wenn wir daran glauben, dann werden wir auch anerkennen, dass er dort für uns ganz persönlich gestorben ist. Wir werden ihm unsere Schuld und Sünde bekennen und ihm für diese unglaubliche Tat das ganze Leben danken. Das ist die Konsequenz, die den echten Glauben eines Christen kennzeichnet.

Die Notwendigkeit der „Wiedergeburt“ und des ewigen Lebens

In dem Moment, in dem ein Mensch wahrhaftig an Jesus glaubt, findet etwas statt, was die Bibel eine zweite Geburt nennt. In dem Moment verändert sich etwas in dem Menschen, was nur Gott bewirken kann, weil er dem Menschen neues, ewiges Leben schenkt. Dies ist unverzichtbarer Teil des wahrhaften Christ-Seins. Jesus erklärt dies einmal einem jüdischen Religionsführer, Nikodemus, und sagt „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“  (Johannes 3,3)

An einer anderen Stelle sagt Jesus: „denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn (Jesus Christus) sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“  (Johannes 4,40)

Auch der Apostel Paulus betont diese Veränderung durch die Wiedergeburt in 2. Korinther 5,17: „Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Der Gehorsam gegenüber der Bibel, dem Wort Gottes

Christen, die wirklich an Jesus glauben, glauben auch der gesamten Offenbarung Gottes. Gott hat sich zwar in ganz besonderer Weise in Jesus Christus offenbart (gezeigt, sich zu erkennen gegeben), aber Gott hat sich auch durch Menschen offenbart, die von Gott inspirierte Texte aufgeschrieben haben, die heute in der Bibel gesammelt, zu lesen sind.

„Alle Schrift (gemeint ist die Bibel) ist von Gott eingegeben.“  (1. Timotheus 3,16)

„Die Schrift musste erfüllt werden, die der Heilige Geist durch den Mund Davids über Judas vorhergesagt hat“  (Apostelgeschichte 1, 16)

Jesus spricht: „Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht“  (Johannes 5, 24)

Christ - aber nur dem Namen nach?

In dem ersten Absatz dieses Artikels haben wir bereits gezeigt, dass sich heutzutage viele Menschen als Christ bezeichnen, weil sie auf der Mitgliederliste einer Kirche oder Gemeinde stehen. Aber wie wir gesehen haben, ist das bei weitem nicht das zentrale Merkmal eines echten Christen. Trotzdem gibt es von solchen „Christen“ eine ganze Menge. Es sind sozusagen „Namenschristen“. Sie nennen sich Christ, leben aber nicht so, wie Jesus Christus es uns gezeigt hat. Dieses Phänomen ist nicht neu. Jesus selbst hat schon davor gewarnt, dass es Menschen geben wird, die äußerlich als „Christen“ auftreten werden, aber in ihrem Inneren keinen wahren Glauben haben. Jesus warnt sogar davor, dass es Menschen geben wird, die sehr aktive Christen sein werden, die augenscheinlich große christliche Taten tun werden, aber die in ihrem Inneren überhaupt keine wahre Beziehung zu Gott haben.

Jesus sagt: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich Ihnen erklären: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!“  (Matthäus 7,23)

Bist Du Christ? - Erkennbare Zeichen des wahren Christen

Vielleicht bist Du durch das Lesen ins Nachdenken gekommen. Vielleicht hast Du gerade zum ersten Mal gemerkt, dass Dein Christ-Sein mehr dem eines „Namenschristen“ gleicht, als dass es dem Leben der ersten Christen ähnelt. Es ist gut sich in solchen Momenten kritisch zu hinterfragen, aber Gott möchte nicht, dass wir dabei stehen bleiben. Diese Fragen verunsichern, aber Gott möchte uns Sicherheit geben. Er hat uns klare Kennzeichen gegeben, mit denen jeder sein eigenes Christ-Sein prüfen kann. Zur eigenen Hilfe listen wir wesentliche Kernpunkte auf, die das Leben eines wahren Christen charakterisieren. Wir hoffen, dass jeder Leser diese bejaht und dadurch in seiner christlichen Überzeugung gefestigt wird.

 

Der Glaube an Jesus

„Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“ (Johannes 3,36)

„…so viele ihn (Jesus) aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“  (Johannes 1, 13)

 

Das Bekenntnis zu Jesus als Gott und Mensch

„Jeder der den Sohn (Jesus) leugnet, hat auch den Vater nicht. Wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.“  (Johannes 2,23)

„…wir (Christen) sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“  (1.Johannes 5,20)

„Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist aus Gott; und jeder Geist, der nicht Jesus Christus im Fleisch gekommen bekennt, ist nicht aus Gott.“  (1. Johannes 4,2-3)

 

 Die Liebe zu anderen Christen

„Wenn jemand sagt: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, so ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er gesehen hat, wie kann der Gott lieben, den er nicht gesehen hat?“  (1.Johannes 4, 20)

„Die jugendlichen Begierden aber fliehe; strebe aber nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen.“  (2.Timotheus 2,22)

 

Die Liebe zu Gott und die Trennung von der Welt

Wenn die Bibel von „Welt“ spricht, dann ist damit ein gottloses System gemeint, das von dem Teufel regiert wird und das in Gottes Augen bereits gerichtet ist. Das Gericht ist jedoch noch nicht ausgeführt (Johannes 12,31). Es ist alles das damit gemeint, was der Mensch unternimmt und sich ausdenkt, um ohne Gott besser zu leben. Die Bibel unterscheidet zum Beispiel zwischen der politischen, der religiösen, der kulturellen und der finanziellen Welt. Was uns angeht sind wir rein äußerlich noch in der Welt und sollen dort unseren Pflichten treu nachkommen, aber wir identifizieren und nicht mit der Welt und ihren Interessen, Zielen und Werten (Johannes 17,14-16).

„Hieran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn dies ist die Liebe Gottes, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“  (1.Johannes 5,2-4)

„Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm“  (1.Johannes 2, 15)

„Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“  (Römer 12,2)

 

Die Liebe zu allen Menschen, sogar den Feinden

„Vergeltet niemand Böses mit Bösem, seid bedacht auf das, was ehrbar ist vor allen Menschen. Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden“  (Matthäus 5, 44)

 „Ich (Jesus) aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen“  (Römer 12, 17.18)

Fazit

Lieber Leser, bist Du ein Christ? Wenn Du eines dieser Kennzeichen innerlich ablehnst, dann solltest Du Dir diese Frage ernsthaft stellen. Wir laden Dich ein Kontakt zu uns aufzunehmen und Deine Fragen gemeinsam anhand der Bibel zu besprechen. Solltest Du aber diese Dinge im Herzen fest bejahen und nach bestem Wissen und Gewissen umsetzen wollen, dann bist Du ein Christ. Dann folgst du Jesus nach. Und dann lass Dich nicht entmutigen, wenn du manchmal darin versagst, es genauso auszuleben, wie der Herr Jesus es vorgemacht hat. Lass Dich ermuntern in dem Wissen, dass er in Dir wirkt und Dir immer wieder neue Kraft und Hilfe schenken möchte auf diesem Weg hinter ihm her, der nicht immer einfach ist. Der Herr Jesus weiß das am besten und hat bereits vor fast 2000 Jahren für Dich gebetet:

„Heiliger Vater! Bewahre sie (Christen) in deinem Namen, den du mir gegeben hast (…) Jetzt aber komme ich zu dir: und dieses rede ich in der Welt, damit sie meine Freude völlig in sich haben. Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnehmest, sondern, dass du sie bewahrest vor dem Bösen (…) Aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben: damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, damit auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ (Auszugsweise aus Johannes 17)